News2017-06-04

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Gedanken zum Salzburger "Exhibitionistenfall":

Ein Mann badet nackt im Schwimmbad des Universitätssportzentrum Rif. Er wird gefilmt. Eine Befragung von Eltern und Kindern ergibt: Der nackte Mann soll 50 Mal im Schwimmbad gesehen worden sein. Eine Politikerin erstattet Anzeige und stellt in den Raum, die Situation sei Verantwortlichen bekannt gewesen, der Unbekleidete geduldet. Ein Schlammschlacht auf politischer und emotionaler Ebene beginnt. KIMI, der Verein für Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern, gibt dazu folgende Stellungnahme ab: Haben Kinder das Recht darauf sich den Anblick eines nackten Mannes im Schwimmbad zu ersparen? Ja, haben sie. Genauso, wie sie das Recht darauf haben, sich in einer privaten Umgebung umzuziehen. Ist es vorstellbar, dass ein Exhibitionist schon 50 mal die gleiche Tat gesetzt hat? Ja, nicht nur vorstellbar sondern völlig normal. Zusatz-Info: Sexualtäter haben bevor sie "erwischt" werden meistens bereits 100 oder mehr Opfer gehabt. War es notwendig, gleich so massiv an die ├ľffentlichkeit zu gehen? In ├ľsterreich ja, denn wir haben kein anderes System, als Anzeige zu erstatten. Es gibt kein Gremium, welches offiziell tätig werden kann, um solche Verdachtsfälle aufzuklären - und dann zu entscheiden, wie die Situation verbessert werden kann. Ein funktionierendes Präventionssystem basiert auf einem vorhandenen Regelsystem, das Eltern, Trainern und Kindern gleichermaßen bekannt ist und einschließt. Regelverstöße sollen bzw. müssen von den Beteiligten dieses Systems gemeldet werden. Eine darauffolgende Evaluierung der Situation führt dann zu Konsequenzen und in weiterer Folge zu einer Verbesserung des Systems. Salzburg hat mit der Aktion "Wir achten aufeinander" hier einen ersten, wichtigen Schritt gesetzt. "Wir achten aufeinander" appelliert an alle Beteiligten der Maschinerie "Sport" etwas zu sagen, wenn Missstände auffallen und sich an kompetente Stellen zu wenden. Die politische und emotionale Schlammschlacht, die seit einigen Tagen im Gange ist, ermuntert nicht gerade dazu, Missstände aufzuzeigen. Positiv ist, dass dieses Thema in ├ľsterreich mittlerweile ein Thema IST. Vielleicht war ein solcher Fall notwendig, um aufzuzeigen, was alles noch getan werden muss. Nämlich:

  • flächendeckende Einführung der Trainer-Eltern-Kind-Regeln
  • Aufklärung über diese Regeln
  • Einführungg eines ÔÇ×EvaluierungsgremiumsÔÇť für Verdachtsfälle

Photo-Credits by: Christian Maislinger






News2017-05-23

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KIMI trifft ICMEC

KIMI und ICMEC (International Centre for Missing and Exploited Children) arbeiten regelm├Ą├čig zusammen, so dass KIMI immer auf dem Laufenden ├╝ber die neuesten Best Practices im Bereich des Kinderschutzes ist. Im Mai besuchte KIMI-Pr├Ąsidentin Chris Karl ICMEC in Alexandria, VA wieder f├╝r einen intensiven und sehr fruchtbaren Austausch in Hinblick auf die Verbreitung der Lehrinhalte.

Im Foto: Caroline Humer (ICMEC), Chris Karl (KIMI) und Laurie Tasharski (ICMEC)


Photo-Credits by: Christian Maislinger